Hoch hinaus.

Regen, 4°C, irgendwo in Norwegen:

Wer sein Rad liebt...

100 m liegen zwischen mir und der Straße. Und dummerweise ein eiskalter Fluss. Aber man könnte schön von Stein zu Stein springen. Könnte. Wäre da nicht noch eine Kleinigkeit: Mein Fahrrad mit den 25 kg Gepäck. Am Morgen war es noch bewölkt, als ich in einer Hütte, rund 1000 m über dem Meeresspiegel aufgewacht bin, meinen Kaffee in der bulligen Wärme eines Holzofens genossen habe. Jetzt aber, wo ich weiter will, weiter Richtung Westen, setzt Nieselregen ein. Die nasse Kälte zieht durch alle Kleidungsschichten und nimmt die Vorfreude auf das Fahren.

Hinter mir liegen bereits vier Tage in denen unendlich viel geschehen zu sein scheint. Allem voran die Entscheidung, mich der Herausforderung zu stellen, innerhalb von sieben Tagen alleine mit dem Fahrrad durch den Süden Norwegens zu fahren. Von Langesund im Osten nach Stavanger im Westen. Knappe 300km reine Fahrstrecke. Lächerlich, verglichen mit Dänemark, wo ich diese Strecke in zwei Tagen geschafft habe. Wären da nicht diese Berge…

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Norwegen mit dem Fahrrad ist an sich schon ziemlich herausfordernd. Auf den 300 km wurden mir rund 6000 Höhenmeter, die ich zu überwinden hätte, vorhergesagt. Ich wollte die Strecke aber mit Gepäck, im Oktober, alleine und unter Zeitdruck in Angriff nehmen. Viel unpassender ging es irgendwie nicht. Aber die Woche war frei, im Kalender waren keine Termine und vor allem: Der Wille war da.

Gesagt, getan; Innerhalb weniger Tage waren die Fahrkarten gekauft, die Taschen gepackt und ich saß auf der Fähre nach Norwegen (nach einer ersten Nacht in Dänemark…).

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Und dann ging es plötzlich wieder, das Radfahren. Da waren die sternklaren Nächte, die endlose Weite, die Stille und die Ruhe. Der Kampf gegen die Berge, der Kampf mit sich selbst. Die tägliche Routine, der abendliche Minztee, die morgendliche Tasse Krümmelkaffee. Das Zelt, der Schlafsack und die Kälte.

Das wofür man rausgeht und seine Komfortzone verlässt. Das, womit das Abenteuer beginnt.

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Zum Schluss bin ich dann noch noch kurz wieder eingetaucht in den Genuss eines festen Dachs und – viel wichtiger – unglaublicher Gastfreundlichkeit. Dank Couchsurfing bin ich in einem Vorort von Stavanger bei Nathalia und Cezary, einem jungen Pärchen gelandet. Und es gibt ihn doch, den Himmel auf Erden. Manchmal halt in Form eines einfachen Mittagessen.

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Achso, was war noch? Ja, stimmt, da war dieser Typ und mit ihm all diese Erkenntnisse:

Oh hey, I’m heading for the hospital, I just broke my hand. But nevermind… it’s the same direction, I’ll give you a ride.

1.) Man kann in Norwegen sehr gut trampen.
2.) Man kann in Norwegen auch dann sehr gut trampen, wenn man ein Fahrrad dabei hat.
3.) Norweger sind hart im Nehmen.

Ich mag dieses Land.

Noch mehr Bilder gibt es hier.

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