Durch das Land der Dünen.

Alleine mit dem Fahrrad entlang der Westküste Dänemarks bis Skagen – 600km Nordsee, Dünen und ein weites Land.

Rad am Strand

 

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Ich muss gestehen, bis letzte Woche noch nie eine ersthafte, längere Fahrradtour unternommen zu haben. Immer waren Ausreden da: Keine Zeit, kein Fahrrad, keine Taschen,… Und dann kam Mitte August die Erkenntnis auf, das ich Ende August eine ganze Woche frei hatte, ohne Termine, ohne Aufgaben. Der Drang rauszukommen, wieder unter freiem Himmel zu schlafen, war schon länger da, aber irgendwie fehlte so spontan der Rahmen. Fliegen, Bahn fahren, mit dem Schiff irgendwo hin, da stand der freie Zeitraum in keinen guten Verhältnis zu den Kosten. Eine Alternative musste her und tatsächlich drängte sich das Fahrrad immer mehr in den Vordergrund.

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20130828-Sonnenaufgang

Als ich losgefahren bin, hatte ich nicht viel mehr als das Ziel möglichst weit nach Norden zu kommen vor Augen. Wie ich da hinkommen wollte, hatte ich offen gelassen. Mit der Bahn bis an die deutsche Grenze, danach… mal schauen. Das war der Plan.

Und manchmal hat man halt auch Glück: Bereits wenige Kilometer nach der dänischen Grenze informierte mich ein Schild darüber, dass ich auf der „North Sea Cycling Route“ unterwegs sei. Dieser Radweg führte, durchweg perfekt beschildert, immer entlang der Westküste direkt nach Skagen im Norden. Auf ihm sollte ich dann die nächsten 600 km unterwegs sein.

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Fahrradfahren in Dänemark stellte sich schnell als Wechselbad der Emotionen heraus.
Toll: Keine Berge, alles flach, Sommer, Sonne, Strand, manche Fahrradwege besser als Autobahnen in Deutschland (okay… nicht wirklich schwer).
Weniger toll: Wind, Starker Wind, Gegenwind.
Gar nicht toll: 15 km Fahrradweg auf… nunja… Sandstrand.
Was bleibt: Kette und Schaltung fühlen sich an wie Sandpapier. Bei jedem Schlag mit den Pedalen scheint das Fahrrad zu leiden. Aber außer behelfsmäßigem Putzen bleibt nicht viel. Die Reise geht weiter.

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Obwohl ich alleine gereist bin, einsam war ich eigentlich fast nie: Entlang des Weges fanden sich immer wieder Menschen mit spannenden Geschichten und tollen Erfahrungen. So bin ich zum Beispiel gute 50 km mit Olly aus Großbritannien geradelt, 25 km mit Laura und Gabi aus der Schweiz und habe abends am Lagerfeuer mit einer dänischen Schulklasse Lieder gesungen. Oftmals kam ich so auch ganz nebenbei an wichtige Informationen. Olly hatte eine Karte mit alle freien Zeltplätze in Dänemark – für mich war es eine völlig neue Erkenntnis, dass es sowas überhaupt gibt.

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Das Essen auf Reisen ist immer ein Thema für sich. Diesmal, im späten Sommer, jedoch kaum. Ich habe wilde Kirschen gegessen, Mirabellen aus Hecken gepflückt, Miesmuscheln am Strand gekocht und frische Austern geschlürft. Je weiter ich nach Norden gekommen bin, desto praktischer wurde es auch, zu wissen welche Pilze man draußen essen kann und vor allem welche am besten schmecken, denn die Auswahl war gigantisch. Eine frische Waldpilzpfanne gehörte am Schluss abends dazu. Hier zu sehen: Fichtensteinpilze, Birkenröhrlinge, Espenrotkappen und Pfifferlinge… traumhaft!

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Nach sechs Tagen war es dann so weit: Links stand mein Bein in der Nordsee, das Meer das mir so lange die Richtung vorgegeben hatte und rechts das andere in der Ostsee. Vor mir hüpften die Wellen (…und viele amerikanische Kinder) genau so wie ich es auf unzähligen Fotos gesehen hatte. Was ein tolles Gefühl.

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Zurück ging es dann mit der Eisenbahn, was dem Zustand des Fahrrads geschuldet war und einiger dringender Termine in Hamburg. Dennoch: Ich glaube, ich habe Blut geleckt, das wird nicht die letzte Fahrradtour gewesen sein!

20130827-Sonnenuntergang

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. michaela sagt:

    Genial! Das kommt auf meine bucket list!

  2. nahdran sagt:

    🙂 Lohnt sich. Bei mir waren es zwei Tage Vorbereitungszeit, einfach losfahren und genießen. Schade, dass das nicht immer so leicht ist.

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